Texte: Romy Stein, Lisa Lebèus, Susanne Magister

Im Fokus-Teil unseres Heftes betrachten wir diesmal ein menschliches Freizeitphänomen, das für viele seiner Anhänger weit mehr ist als ein bloßer Zeitvertreib: das themenbezogene Verkleidungs- und Rollenspiel für Erwachsene.

Ein Schelm, wer dabei unwillkürlich an den aus der Medienwissenschaft und -psychologie stammenden Fachbegri des Eskapismus (Realitätsflucht) denken muss.

Die Klassifikation der Spieler ist so vielseitig wie kontrovers. Sie nennen sich Cosplayer (japanische Manga- und Animeverkleidungsliebhaber) oder Live-Action-Role-Player (Wald- und Wiesenrollenspieler). Sie erleben als Pen-and-Paper-Spieler wilde Abenteuer vom trockenen (Vereins-)Tisch aus. Wieder andere verbünden sich als Reenactment-Freunde, die historische Schlachten nachstellen oder als Weißhautindianer, die live in die Welt von Karl May und Co. eintauchen. Schließlich gibt es da noch die Furries, die sich in (Raub-)Tierkostümen wie echte Vierbeiner fühlen und benehmen. Die Aufzählung ließe sich sicherlich fortsetzen.

Wir haben drei Verkleidungs- und Rollenspielgenres und ihre Protagonisten besucht und uns erzählen lassen, warum ein ehemaliger Bundeswehrsoldat heute lieber historische Schlachten aus dem Dreißigjährigen Krieg in Kostümierung und Equipment möglichst originalgetreu nachspielt. Ein Inklusionsassistent ließ uns miterleben, wie er als Magier die Feenwelt rettet und dabei zugleich von sich selbst Urlaub macht und drei Dresdner Azubi-Mädels in Anime-Kostümierung berichteten uns, wodurch sie nicht nur zu sich selbst, sondern auch zu einer eigenen Showgruppe gefunden haben.

Eines ist ihnen allen gemeinsam: Sie lieben die kreative Verwandlung ihrer selbst und haben im wie auch immer gearteten Rollenspiel nicht nur eine sehr zeitintensive Freizeitbeschäftigung, sondern ….

Der komplette Text erschien in der siebten Ausgabe von 360 GRAMM. Unterstützt unsere Arbeit und kauft das gedruckte Magazin für nur 4,90 Euro, oder ihr entscheidet euch für eines der Soli-Pakete ab 9,90€.

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