Vorhölle oder Gegenmodel zur Metropole – Provinz kann vieles sein. Dresden ist noch mal ein ganz besonderer Fall. Unser Autor, ein gebürtiger Westsachse, der vor 10 Jahren zum Studieren nach Dresden kam, trudelt zwischen Anziehungs- und Abstoßungskräften. ■ Autor: Eric Vogel Ich kam vor zehn Jahren als gebürtiger Westsachse zum Studieren nach Dresden – und war sofort begeistert: Ich mochte den Singsang der Einheimischen, fand es von Anfang an putzig, wie die coolsten Typen sich schamlos mit „Tschüssi“ verabschiedeten und hatte das Gefühl, sehr schnell mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Während ich in Leipzig (von Berlin ganz zu schweigen) eher abwartend-kühlen Menschen begegnet war,weiterlesen

360 GRAMM Ausgabe 1 Kurt B

Liebes Tagebuch, findest du es nicht auch so herrlich wie ich, wenn sich in meinem schönen Sachsen wieder langsam die Vorweihnachtszeit ankündigt? Und alle sächsischen Schäfchen bald so schön ruhig und heimelig werden und mit sich selbst, Strietzelmarkt, Glühwein und Geschenken beschäftigt sind?So wie meine liebe Ingrid, die gestern Abend für mich auf ebay um Rabatte für Navigationsgeräte mit integriertem Benzinkanister gefeilscht hat. Ein bisschen trübte diese Vorfreude auf Entspanntheit zwar die Reaktion vom Nutzer «schlomo77», der wütend antwortete: «Wir sind doch hier nicht bei Ikea!» Da waren wir als «Königspaar» ein bisschen majestätsbeleidigt, haben uns aber nicht die weihnachtliche Vorfreude verderben lassen. Beleidigt warweiterlesen