Wer auf der Straße lebt, lernt vor allem das Schnorren und das Frieren. Mit der Straßenschule bietet die Treberhilfe Jugendlichen und jungen Erwachsenen in schwierigen Verhältnissen einen anderen Bildungsansatz. Dafür ist das Basisangebot des Vereins in der Neustadt erst mal gestorben. Denn der Stadtteil steht nicht auf dem »Prekarisierungsindex«.weiterlesen

»Ich nenne Ismail manchmal Mutti«, sagt Jessica* und lacht. Ismail* grinst und zerknautscht einen blauen Gummiball, zwei Jungs aus Afghanistan decken den Tisch und machen Sambosa für neun Leute. Jessica schneidet die Zwiebeln. Es ist Abendessenszeit im Haus Kolombo. Hier wohnen 28 Jugendliche in der interkulturellen Wohngruppe zusammen. Die einen mussten ihre Eltern zurücklassen, als sie sich auf den mühseligen Weg nach Europa machten, die anderen können wegen Kindeswohlgefährdung, sexuellem Missbrauch, Drogen oder innerfamiliären Streitigkeiten nicht mehr bei ihren Eltern leben. Vor gut einem Jahr war das Haus noch ein Hotel, die Rezeption im Erdgeschoss, die Nummerierungen der einzelnen Zimmer sind bis heute vorhanden. Die Diakonie übernahm das Gebäude und wurde im Netz erst mal von »der  Niedersedlitzer Wellenlänge« attackiert,weiterlesen