Kulturbeutel

360 Gramm Kulturbeutel

Zwischenspiel

Verena Keßler

Der alte Intendant ist weg, der neue noch nicht da: Für Jürgen Reitzler und sein Interims-Team am Staatsschauspiel die Gelegenheit, sich im theatralen Freiraum auszutoben.

Das Bild der großen Fußstapfen ist eigentlich ein bisschen ausgelatscht, aber wenn es um Wilfried Schulz geht, erscheint es wie eine Maßanfertigung: Sieben Jahre des erfolgreichen Einmischens und Haltungzeigens als Intendant am Staatsschauspiel Dresden lagen hinter ihm, als er mit Ende der Spielzeit 2015/16 nach Düsseldorf wechselte. Sein Nachfolger lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen: Schulz habe Schuhgröße 40, er selbst 45, sagte Joachim Klement, der designierte Intendant, kürzlich in einem Interview. Ziemlich lässig.

Eine Erklärung für diese Gelassenheit könnte die Pufferspielzeit sein, die zwischen Schulz und Klement lag: 2016/17 wurde das Theater von einem Interimsintendanten geleitet. Jürgen Reitzler, seit 2009 künstlerischer Betriebsdirektor am Staatsschauspiel Dresden, Schuhgröße unbekannt, hat diesen Job übernommen. Dem alten wird noch hinterher getrauert, der neue mit Spannung erwartet – hier den Lückenfüller zu machen, ist das nicht eine ziemlich undankbare Aufgabe? »Nö, das finde ich nicht«, sagt Jürgen Reitzler, »ich finde sie eigentlich insgesamt betrachtet sehr dankbar.« Die größte Schwierigkeit sei gewesen, für nur ein Jahr ein Ensemble von 30-35 Leuten zusammenzustellen, das trotz der kurzen Zeit in einer guten Stimmung zusammenarbeitet. Viel Vertrauen und wenig Reingerede seien hilfreich gewesen, um gemeinsam mit Beate Heine, der Chefdramaturgin, ein Programm auf die Bühne zu stellen, über das Reitzler jetzt sagt: »Manches gelingt besser und manches gelingt noch besser.« Das kann natürlich …

Neugierig? Lies weiter in der neuen Ausgabe von 360 GRAMM.