Lokalrunde – Keine Auskunft unter 115

Keine Auskunft unter 115

Autor: Jenz Steiner

In Sachen Bürgerbeteiligung ist Dresden gar nicht so schlecht aufgestellt. Es gibt vielfältige Projekte mit guten Ansätzen. Nur leider bekommen die meisten Dresdnerinnen und Dresdner nicht viel davon mit. Zeit für Aufklärung.

Eine Fahrt mit der Straßenbahn vom Hauptbahnhof nach Hellerau verrät viel von der Stimmung in der Stadt. Zwei Fahrgäste debattieren über den Sinn von Wahlen. »Wir haben hier doch eh nichts zu sagen. Alle paar Jahre ein Kreuzchen machen […]«. Diese Wortfetzen machen mich nachdenklich. Wie steht es wirklich um Bürgerbeteiligung in Dresden? Ich will es genau wissen und besuche die Webseite der Stadt Dresden. Unter www.dresden.de → Leben in Dresden → Gesellschaft & Soziales finde ich sie, wenn auch etwas versteckt: die Bürgerbeteiligung. Zwei Beiträge fallen mir sofort ins Auge: »Dresdens Gartenböden bestimmen« und »Schmierereien melden«. Regenwürmer zählen und Graffiti-Künstler anonym mit einer Dreck-Weg-App denunzieren? Ich habe andere Vorstellungen von Bürgerbeteiligung: Mitbestimmen, in welche Richtung sich Dresden entwickelt, Themen setzen, Debatten führen und gemeinsam vernünftige Entscheidungen treffen. Ein anderer Link auf der Webseite führt mich zum Bereich e-Partizipation. Meiner Vorstellung von politischer Teilhabe kommt das schon näher. Eine Petition für sichere Radwege am Bischofsweg scheint für mich als Radler und Anwohner relevant, doch ist sie leider schon abgelaufen. Warum habe ich nicht eher davon erfahren? Ärgerlich! Wenigstens weiß ich nun, dass man an dieser Stelle Petitionen bei der Stadtverwaltung einreichen und unterzeichnen kann. An den Ausschreibungen beteiligen sich manchmal 25, manchmal 4.000 Menschen – je nach Werbung und Relevanz …

Neugierig? Lies weiter in der neuen Ausgabe von 360 GRAMM.

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