Spielen sei eine Tätigkeit, die man gar nicht ernst genug nehmen könne, meinte einst der große Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau. Der Mann hat gut reden, denn was gibt es spielerischeres, als mit bunten Fischen zu tauchen. Aber ob nun ernst oder nicht, Fakt ist: Wenn wir nicht gerade arbeiten oder schlafen, ist doch sehr vieles im Leben pure Spielerei. Wir spielen sportlich um Tore oder Punkte, im Casino, beim Lotto oder auf der Rennbahn um Geld, an der Börse mit der Hofnung, im Park mit dem Hund, im Buddelkasten mit dem Kind, miteinander um Liebe oder Macht, auf den Marktplätzen der Eitelkeiten und des Kapitals um Einfluss und die besten Pfründen. Wir spielen, im virtuellen oder im realen Leben, mit variablen Identitäten, schlüpfen auf den Brettern, die die Welt bedeuten, in noch mal andere, zeigen manchmal unser wahres und manchmal irgendein Gesicht.

Das ganze Leben ist vielleicht kein Quiz, aber letztendlich doch ein Spiel, bei dem wir, zumindest in gewissen Grenzen, die Regeln selbst bestimmen können, zumindest hier im fetten Westen. Ausgehend von dieser Prämisse war und ist auch 360 GRAMM eine Spielwiese, auf der viele Menschen sich in den letzten beiden Jahren ausgiebig ausgetobt haben, miteinander Spaß hatten, Horizonte erweitert, vieles gelernt und auch etliche Federn gelassen haben. Dieses Magazin war und ist ein Experiment, ein Spiel mit ungewissem Ausgang. Aller guten Dinge sind sieben und mit dieser siebten Ausgabe sind wir an einem Punkt gelangt, an dem wir die heißgelaufene Maschine mal abkühlen lassen und neu schmieren sollten. Sowohl personell als auch wirtschaftlich müssen einige Schrauben nachjustiert werden, um weiterspielen zu können. Wie lange das dauert und ob es uns gelingt, können wir, Karten auf den Tisch, zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mit Gewissheit sagen. Was wir aber sagen können, ist: Ohne euch da draußen, die ihr 360 GRAMM gern gelesen habt, noch gelesen hättet oder gerne weiter lesen würdet und die ihr uns mit jeder Menge Lob und Liebe überhäuft habt, wären wir nie so weit gekommen. Und das wäre auf jeden Fall ein Grund, eine neue Runde zu wagen! Wir mischen jetzt die Karten neu, checken, was wir an Trümpfen in die Hand kriegen und dann schauen wir mal.

André Hennig
im Namen der Redaktion

Dieser Beitrag erschien in der siebten Ausgabe von 360 GRAMM. Unterstützt unsere Arbeit und kauft das gedruckte Magazin für nur 4,90 Euro, oder ihr entscheidet euch für eines der Soli-Pakete ab 9,90 €.

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