Intro Ausgabe #6

Wir machen uns auf den Weg: von hier nach da, vom Jetzt ins Irgendwann, vom Nirgendwo ins Irgendwo sind wir auf leichten Rädern unterwegs, probieren dies und das, wenn uns nicht der Kobold im Kopf einen Strich durch die Rechnung macht, halten das für die (Nach-)Welt fest, nicht zuletzt, um zu beweisen, dass es uns gibt. Die Zukunft des Verkehrs ist multimodal und elektrisch, so wird gemunkelt, sharing is caring, aber bevor wir starten in die große weite Welt, buchen wir vorsichtshalber noch eine Testreise im Kinosessel. Wir sind immer UNTERWEGS, physisch oder mental, in Ausgabe #6 lassen wir euch daran teilhaben.

Was ist euch 360 GRAMM wert?

Was ist euch 360 GRAMM wert? Ein gutes Magazin hat seinen Preis. Unser liegt bei moderaten 4,90 €. Damit können wir momentan allerdings nicht einmal die technischen Kosten decken. Von der Bezahlung der Mitarbeiter ganz zu schweigen. Damit 360 GRAMM auch weiterhin die Dresdner Medienlandschaft bereichern kann, brauchen wir Kohle.

Editorial – Wohin geht die Reise?

»Wie bist du denn unterwegs?« Ein Bekannter stellt mir diese Frage, nachdem ich mich für ein Pils, aber gegen den üblicherweise inkludierten Alkoholgehalt entschieden habe. Wir haben uns eine Ewigkeit nicht gesehen und nun in einer gemütlichen Kneipe verabredet, um endlich mal wieder über »Gott und die Welt« zu reden.

straße in dresden

Von der Freiheit, Mobil zu sein

Ob zur Arbeit, zur Kita, zum Einkaufen oder zu den Verwandten ins Dresdner Umland – es geht durch den Verkehr. Ein Blick auf den Fahrplan der Dresdner Mobilitätsentwicklung.   ■ Text: David Prinz  Fotos: Reiko Fitzke

Ohne Anker wird man zum verlorenen Kind

Unterwegs zur Arbeit: Das können kurze und lange Wege sein. Zu manchen Berufen gehört allerdings gleich auch ein Wohnortwechsel dazu. Wie fühlt es sich an, ständig unterwegs zu sein? ■ von Anne Recknagel und Alexander Bernstein | Fotos: Thomas Schlorke  

Der Herr der Räder

Ein einfacher Satz Räder fürs Rennrad wiegt zwei Kilo. Es geht natürlich auch leichter, ist nur eine Frage des Geldes. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum Gewichtsfetischisten und Bike-Hipster auf Rädern von Light-Wolf rollen. ■ Text: André Hennig | Fotos: Stephan Böhlig

Fokus – Wer glaubt, wird selig

»Mach dir deine eigenen Götter und unterlasse es, dich mit einer schnöden Religion zu beflecken«, forderte einst Epikur. Drei Viertel der Dresdner folgen seinem Rat, ein Drittel sieht die Sache anders. Warum aber wollen die meisten dennoch an irgendetwas glauben? ■ Text: André Hennig

Kiez-Kultur statt Eisbecher

Fernab der üblichen Dresdner Kulturhotspots bekommt ein zartes Pflänzchen erste Knospen – weil eine Handvoll Kulturschaffende und eine Quartiersmanagerin daran glauben, gibt es in Prohlis für mindestens zwei Jahre kostenlos »Kultur im Einkaufszentrum«. ■ Text: Susanne Magister | Fotos: Siegfried Michael Wagner

Tellerrand – »Wir schauen einer Demokratie beim sterben zu und du willst dahin?«

In der Rubrik »Tellerrand« berichten wir normalerweise von Dingen, die es in Dresden nicht gibt, aber vielleicht geben sollte. Diesmal machen wir einen Ausflug in die Türkei. Dort geschehen Dinge, die nirgendwo geschehen sollten. Und die auch bei uns geschehen könnten, wenn wir nicht gut aufpassen. ■ Text: Charlotte Gneuß

Fokusthema – Schule fürs Leben

Schule fürs Leben Autor: Stefan Bast Zu wenige Lehrer in der Schule, zu viele Schüler in den Klassen. Extremer Leitungsdruck, Mobbing und die permanente Angst zu versagen. Das Image unserer Schulen könnte besser sein. Aber gibt es Lichtblicke, auch in Dresden. Beobachtungen aus dem Universum alternativer Bildungsideen.

Nahaufnahme – Draußen vor der Tür

Wer auf der Straße lebt, lernt vor allem das Schnorren und das Frieren. Mit der Straßenschule bietet die Treberhilfe Jugendlichen und jungen Erwachsenen in schwierigen Verhältnissen einen anderen Bildungsansatz. Dafür ist das Basisangebot des Vereins in der Neustadt erst mal gestorben. Denn der Stadtteil steht nicht auf dem »Prekarisierungsindex«.

Lokalrunde – Keine Auskunft unter 115

In Sachen Bürgerbeteiligung ist Dresden gar nicht so schlecht aufgestellt. Es gibt vielfältige Projekte mit guten Ansätzen. Nur leider bekommen die meisten Dresdnerinnen und Dresdner nicht viel davon mit. Zeit für Aufklärung.

360 GRAMM Vorspiel

Vorspiel – Hauptsache raus

Man sieht es auf den Elbwiesen, in den Parks, in den Biergärten: Dresden hat ein liebevolles Verhältnis zum Freiraum. Einmal konnte ich es sogar nachts in der Linie 8 erleben. Quietschend fuhr sie um die Kurven und man musste wie immer ein wenig dagegen halten, um mit dem Körper nicht